Die Büchse der Pandora

D 1928/29, 131 min, 35 mm, s/w
Regie: Georg Wilhelm Papst
Mit: Louise Brooks, Fritz Kortner, Alice Roberts; Klavierbegleitung: Barbara Lenz

Der expressionistische Stummfilm nach den Lulu-Stücken von Frank Wedekind ging vor allem durch die "erste Leinwandlesbe aller Zeiten" in die schwul-lesbische Kinogeschichte ein. Ganz in Leder hüllt sich die butche Gräfin von Geschwitz (Alice Roberts), die ganz offen als Lesbe in diesem Drama gezeigt wird.
Die schöne Lulu verdreht den Männern und auch der lesbischen Gräfin den Kopf. Alle, die für sie entflammen und die dem Bann der geheimnisvollen Schönheit erliegen, sind dem Untergang geweiht. Auch die Gräfin opfert sich aus Liebe zu ihr. Lulu findet schließlich selbst ein tragisches Ende, als sie auf Londons Straßen von Jack the Ripper erstochen wird.
Die Rolle der Lulu war mit der damals "schönsten Frau der Welt" Louise Brooks genial besetzt. Brooks blieb immer eine unangepasste Frau, die sich weigerte, sich in den Mühlen Hollywoods zermalmen zu lassen. Die Tatsache, dass sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere immer für eine Lesbe gehalten wurde, amüsierte die heterosexuelle Brooks. Ganz offen schrieb sie in Briefen aber auch über einige kurze lesbische Affären in ihrem Leben.
Unsere Vorstellung wird live am Klavier begleitet. Die italienischen Zwischentitel werden deutsch eingesprochen.