He zi The Box

China 2002, 88 min, Video, OmeU
Regie: Echo Y. Windy

Nur wenn sie außer der Kamera niemand beobachtet, können Wan Fang und Liang Li so unbefangen und offen über ihre Beziehung, Kindheit, Familie, sexuellen Missbrauch und erste Erfahrungen mit Männern reden wie in Weiweis hautnaher Doku "The Box". Der ganze Film konzentriert sich auf einen begrenzten, engen Raum. In der gemeinsamen kleinen Wohnung der beiden Frauen vermittelt sich die Isolation der Außenseiterinnen ebenso subtil wie ihre wechselnden Stimmungen und Emotionen, die sie körperlich ausleben. Die Kamera verharrt lange in einer Einstellung auf den Figuren, wird ohne Drehbuch improvisiert, die Regisseurin zeigt überwiegend unspektakuläre Alltagsszenen, aber auch ein plötzliches unerwartetes körperliches Begehren.
Die anfängliche Ahnungslosigkeit der Filmemacherin in Bezug auf Homosexualität wandelt sich in Akzeptanz von deren Schönheit; tief berührt bringt sie dies durch das Kameraauge zum Ausdruck.
"Was mich bei diesem Film etwas störte, war der Umstand, dass ich nie wusste, wer ich war, bzw. welche Rolle ich spielte. War ich eine Regisseurin? Eine Chronistin? Eine Zuhörerin? Eine Schaulustige? Oder eine Freundin?"